Arm und Reich in Berlin: das ist der Trend

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In Berlin kann man viele Trends voraussagen, die in anderen Städten erst noch kommen werden. Die Entwicklung der Stadtteile und der Lebensbedingungen in Berlin lässt auf jeden Fall die Feststellung zu, dass Arm und Reich sich immer weiter voneinander entfernen.

Berlin ist im Grunde nicht eine in sich geschlossene Stadt, sondern eine Ansammlung von „Dörfern“, die teilweise sehr stark voneinander abweichen. Arm und Reich existieren in Berlin oft direkt nebeneinander, man könnte sogar sagen, dass sie Tür an Tür wohnen. Ein Beispiel für eine Entwicklung, die die Polarisierung „anschaulich“ zeigt, ist das kleine Areal um die Straße Alt Moabit: Diese laute, gesichtslose Straße dient als eine Art Scheidegrenze zwischen Arm und Reich, erfolglos und erfolgreich.

Arm und Reich treffen sich in Berlin oftmals am gleichen Straßenzug © heartbeaz/Flickr

Trennung zwischen Arm und Reich in Berlin

Wenn man sich in Richtung Spree wendet, gelangt man in einer Minute zu den umgebauten schicken Fabrikgebäuden, in denen Edelrestaurants auf ihre Gäste aus dem Innenministerium warten. Man sieht geschäftige Herren mit Aktentaschen, die keinen Blick auf ihre Umgebung verschwenden. Business is waiting!

Wenn man sich gen Norden wendet, wird man beim Durchqueren des sogenannten kleinen Tiergartens schon einmal Spritzen finden und auf hohläugige Parkinsassen treffen. Dies ist ein Drogenumschlagplatz, der im Sommer gut frequentiert wird. Man gelangt zur Turmstraße, wo man sich über das Sterben von Karstadt und Co. nicht mehr wundert.

Gettoisierung und Gentrifizierung in den Berliner Bezirken

Billige Geschäfte verkaufen ihre Ware an vielköpfige Familien mit Migrationshintergrund, die die deutsche Sprache nicht beherrschen und sie auch nicht erlernen werden. Dies ist nur ein Beispiel für die Koexistenz von Welten, die sich in ihren jeweiligen Ausprägungen noch verstärken werden.

Gettobildung ist ein brisantes Thema, wie man nicht erst seit Thilo Sarrazin weiß. In manchen Schulen ist kein Kind deutsch-stämmig, die Verständigung oft erschwert, das Lernniveau unterdurchschnittlich. Wer dort wohnt, wo es so zugeht, wird es nicht herausschaffen. Gettos bergen ein unglaubliches Konfliktpotenzial, sie sind „Welten in der Welt“!