Mit der Alte Oper wurde in Frankfurt 1880 das erste repräsentative Opernhaus der Stadt eröffnet. Heute dient die Alte Oper als Konzert- und Veranstaltungshaus.


Der Bau des heute Alte Oper genannten Opernhauses geht auf die Initiative des damalige Frankfurter Oberbürgermeisters Dr. Daniel Heinrich Mumm von Schwarzenstein zurück, der in einer Stadtverordnung verlauten ließ: Frankfurt entbehrt eines, der Größe und Bedeutung der Stadt wie den Anforderungen des guten Geschmackes entsprechenden, Theatergebäudes. Ermöglicht wurde der Neubau jedoch erst durch großzügige Spenden wohlhabender Bürger. Den Frankfurter Bürgern ist es auch zu verdanken, dass der schöne Bau nach dem Zweiten Weltkrieg originalgetreu wiederaufgebaut wurde und noch heute die Frankfurter Altstadt ziert.

Der Bau der Alten Oper in Frankfurt

Der imposante, reich verzierte Bau des Opernhauses geht auf Pläne des Berliner Architekten Richard Lucae zurück. Auf einer Grundfläche von 4000 m² schuf er ein Gebäude, dass den Einfluss des berühmten Gottfried Semper erkennen lässt. Der 34 m hohe Bau im Renaissancestil mit Anlehnung an hellenistische Vorbilder konnte nach knapp achtjähriger Bauzeit am 20. Oktober 1880 feierlich eröffnet werden. Über 2000 Gäste hatten Platz in dem neuen Theatersaal und lauschten an diesem Abend einer Aufführung Mozarts Don Juan. Zu den Ehrengästen gehörte Kaiser Wilhem I.

Prachtvoll verzierte Alte Oper

Den Giebel des prächtigen Opernbaus ziert eine Pegasus-Skulptur, die im Original von Ludwig Brunow stammt. Daneben lassen sich die ursprünglich zwischen 1882 und 1905 entstandenen Figurengruppen „Wahrheit und Dichtung“ und „Kunst und Natur“ auf dem Dach der Alten Oper erblicken. Der Giebel des Vestibüls wird von einer Pantherquadriga geziert, die ebenso wie die beiden Figurengruppen eine Arbeit des Bildhauers Franz Krüger darstellte. Auf dem Dachfries ist die Inschrift Dem Wahren Schoenen Guten zu lesen, die wahrscheinlich auf Johann Wolfgang von Goethe zurückgeht und den Frankfurter Dichter Adolf Stoltze zu einem Spottgedicht über den teuren Opernbau inspirierte. In hessischer Mundart lautete seine Variante des Spruches Dem Wahre, Scheene, Gute, die Berjerschaft muß blute.

Wiederaufbau nach dem Zweiter Weltkrieg

Bluten musste dann auch das Opernhaus selbst. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Alte Oper so stark beschädigt, dass die Stadtregierung über einen Abriss der Ruine beriet. Der damalige hessische Wirtschaftsminister Rudi Arndt schlug sogar die Sprengung des historischen Gebäudes vor, was ihm den Spitznamen „Dynamit-Rudi“ einbrachte. Sowohl Abriss als auch Sprengung konnten jedoch von einer Bürgerinitiative verhindert werden, die sich vehement für den Wiederaufbau der Oper einsetzten. Mit Erfolg: Bis zur Wiedereröffnung 1981 hatte man 15 Millionen DM an Spenden gesammelt und so den Wiederaufbau Alten Oper gesichert. Sogar die Dachskulpturen konnten originalgetreu wiederhergestellt werden.

Die Alte Oper heute

Da sich der Wiederaufbau des Opernhauses über mehrere Jahrzehnte hinzog, suchte sich die Frankfurter Oper schon in den 1950er Jahren eine neue Spielstätte. Das Opernhaus wurde daraufhin als Konzert- und Kongresshaus umkonzipiert. Heute finden in dem historischen Bau jährlich über 300 Konzerte und rund 50 andere Veranstaltungen statt. Direkt in der Frankfurter Altstadt gelegen, lockt die Alte Oper darüber hinaus besonders im Sommer zahlreiche Besucher auf den schönen Opernplatz.