Betrachtet man im Moment die Tabelle der 2. Liga, darf man sich ruhig berechtigte Hoffnungen machen, dass 1860 München die Rückkehr in die Bundesliga gelingen könnte. Momentan belegen die „Löwen“ den sechsten Rang, liegen aber nur zwei Punkte hinter einem Aufstiegsplatz.

Trainer Marco Kurz, der selbst lange Zeit Spieler des Traditionsklubs gewesen war, genießt ein großes Vertrauen bei den Spielern, dem Vorstand und den Fans. Die kommen noch immer zahlreich in die Allianz-Arena, obwohl die 60er bereits den vierten Anlauf nehmen, um ins Oberhaus zurück zu kehren. Die Mannschaft von Trainer Kurz ist sehr jung und unerfahren, was vor allem der knappen Kasse des Vereins zu verdanken ist. Deshalb ist es auch fraglich, wie der Verein das Abenteuer Bundesliga angehen möchte, denn die Talente mögen höheren Ansprüchen der 2. Liga genügen, aber ob sie in der 1.Liga bestehen können? Geld für erfahrene Kräfte ist kaum vorhanden und würde auch nicht der neuen Philosophie vom Ausbildungsverein entsprechen.

Das die Löwen überhaupt in der 2. Liga rumdümpeln ist angesichts des vorhandenen Potenzials schwer zu verstehen. Nachdem man 1993 in die Bundesliga aufgestiegen war, konnte man sich dort mit mehreren Europapokalauftritten sowie einem Champions League-Platz etablieren. Aber die Beteiligung an der Allianz-Arena sowie die Transfers einiger Altstars brachten das finanzielle Korsett zum Einstürzen. Auch die Entlassung von Trainer Falko Götz und der Installierung eines neuen Präsidiums brachte nicht den gewünschten Erfolg, stattdessen erfolgten 2004 der Absturz in die Zweitklassigkeit und der Skandal um Ex-Präsident Wildmoser.

Hätte 2006 der große Rivale Bayern München den Blauen nicht finanziell unter die Arme gegriffen, hätte man vermutlich den Weg in die Insolvenz gehen müssen. Eines ist den Löwen jedenfalls schon gelungen, in dieser Saison stehen die sportlichen Nachrichten im Vordergrund und womöglich gelingt ihnen ein ähnlicher Überraschung-Coup wie dem Karlsruher SC im vergangenen Jahr, der ebenfalls einen solchen leidvollen Weg gehen musste wie 1860 München.